Die Photo-Epilation ist eine Methode für dauerhafte Haarentfernung, bei der in die Haut eingestrahlte überschwellige Lichtenergie zu einer selektiven Zerstörung der Haarfollikel führt.

Galt lange Zeit ausschließlich die Elektro-Epilation als sicheres und wirksames Verfahren zur dauerhaften Haarentfernung (dauerhafte - permanente Haarentfernung ), hat sich die Photoepilation heute zu einer vergleichbar effektiven und nebenwirkungsarmen Methode entwickelt. Insbesondere ist bei der Photo-Epilation eine simultane Behandlung mehrerer Haarfollikel zugleich möglich.

Grundlage der Photo-Epilation bildet die Wechselwirkung des eingestrahlten Lichts mit den Haarfollikeln. Für den Behandlungserfolg ist entscheidend, dass das eingestrahlte Licht möglichst ohne Energieverlust bis zu den Zielstrukturen vordringt.

Circa 5 % des einfallenden Lichts wird bereits am Stratum Corneum, der äußersten Schicht der Epidermis, reflektiert und geht somit der Therapie verloren. Um weitere Verluste durch Streuung gering zu halten, muss die Bestrahlungsfläche und Ausdehnung der Lichtquelle möglichst groß gewählt werden. Daneben ist vor allem die Wellenlänge für die Eindringtiefe des eingestrahlten Lichts entscheidend. Eine steigende Wellenlänge macht Streuprozesse zunehmend unwahrscheinlich und erhöht so die Eindringtiefe. Maximale Eindringtiefe wird im nahen Infrarotbereich um etwa 1050 nm erreicht.

Entscheidend für die gewünschte Wirkung des Lichts ist seine Absorption durch Chromophoren. Chromophoren sind Teile eines Farbstoffes, in dem anregbare Elektronen verfügbar sind. Die Photonen des Lichtstrahls geben bei der Absorption ihre Energie an das Zielchromophor ab und erhitzen es.

Endogene Chromophore sind etwa Wasser, Hämoglobin und Melanin. Diese Chromophoren weisen ein je unterschiedliches Absorptionsverhalten auf und reagieren bei jeweils unterschiedlichen Wellenlängen. Dieser Umstand macht es möglich, durch Einstrahlung geeignet gewählter Wellenlängen Trägerstrukturen gezielt zu erwärmen und damit zu zerstören, ohne dabei die biologische Umgebung zu schädigen. Es handelt sich hier um die sogenannte selektive Photo-Thermolyse.

Zentraler Wirkungsmechanismus der Photo-Epilation ist die Absorption von follikulären Melanosomen. Als Zielchromophor kommt das Melanin im Haarfollikel und im Bulbus pili, dem untersten Wurzelabschnitt des Haares, in Frage. Melanin absorbiert vorwiegend im UV und kurzwelligen Anteil des sichtbaren Spektralbereiches. Mit steigender Wellenlänge nimmt die Absorption durch Melanin kontinuierlich ab.

Soll das Ergebnis der Photoepilation von Dauer sein, müssen die follikulären Stammzellen bleibend geschädigt werden. Da die Pigmentierung des Bulbus pili den Phasen des Haarwachstumszyklus entsprechend variiert, sind jeweils nur die in der späten Anagenphase befindlichen Haarfollikel mit einer Therapie erreichbar. Soll ein Bereich vollständig enthaart werden sind mithin mehrfache Behandlungen notwendig.

Ebenso wichtig für einen dauerhaften Erfolg der Photo-Epilation ist eine ausreichende Energiedosis, die follikuläre Reparaturmechanismen unmöglich macht. Die Leistungsdichte, die dafür erforderlich ist, steigt mit der Wellenlänge des eingestrahlten Lichts. Mit steigender Wellenlänge nimmt wiederum die Absorptionswahrscheinlichkeit von Melanin ab. Dunkle Haare können dementsprechend mit einer deutlich schwächeren Leistungsdichte erfolgreich therapiert werden als schwächer pigmentierte blonde oder rote. Diese sprechen nur begrenzt auf die Photo-Epilation an.

Die erfolgreiche Photo-Epilation beruht also auf zwei gegenläufigen physikalischen Vorgängen. Einerseits ermöglichen kurze Wellenlängen eine größtmögliche Absorption im Melanin des Haarfollikels, andererseits wird oft erst bei länger welligem Licht eine ausreichende Eindringtiefe erreicht. So muss für jeden Patienten ein individueller Kompromiss aus minimaler Wellenlänge und ausreichender Tiefenwirkung gefunden werden.

Anders als Laser, die auf das Licht einer einzigen Wellenlänge festgelegt sind, erlaubt die Blitzlampentechnologie (IPL- Intense-pulsed-light Technology) durch den Einsatz von unterschiedlichen Filtern gezielt ein definiertes Wellenlängenfenster aus dem möglichen Emissionsspektrum auszuschneiden.

Weiterhin kann die Wirksamkeit der Photoepilation (Enthaarung) durch zusätzliche Kühlung erhöht werden. Zugrunde liegt das unterschiedliche Zeitverhalten der Abkühlung einzelner Gewebestrukturen nach deren lichtinduzierten Erwärmung. Da große Körper eine im Verhältnis zum Volumen geringe Oberfläche haben, kühlen sie langsamer ab als kleine Körper. Dementsprechend kühlen follikuläre Strukturen deutlich langsamer ab als die Epidermis. Wird die applizierte Energie zusätzlich in aufeinanderfolgende Impulse aufgeteilt, kann die Wirksamkeit weiter erhöht werden. Der erste Impuls wärmt Epidermis und Haarfollikel gleichermaßen. Beim zweiten Impuls hat sich die Temperatur der Epidermis bereits wieder normalisiert, während die Wärme im tiefer liegenden und so noch nicht vollständig abgekühlten Follikel akkumulieren kann. So wird der Follikel selektiv erhitzt und die Epidermis geschont.

Die wesentlichen Parameter der Photo-Epilation sind also Wellenlängenbereich und Energiedichte sowie Anzahl, Länge und Intervall der Lichtimpulse.

Da auch die Epidermis Melanin enthält, wird die eingesetzte Lichtdosis durch den jeweiligen Hauttyp festgelegt. Zusätzlich kann eine Kühlung die Toleranzgrenze der Epidermis physikalisch erhöhen. Kühlung kann durch Aufbringen eines kalten, transparenten Gels erfolgen, das den zusätzlichen Vorteil einer Verbesserung der Lichteinkopplung sowie einer Verringerung der Rückstreuung von Licht in die Epidermis mit sich führt. Zusätzliche Kühlsysteme sind meist in das Applikatorhandstück integriert.

Eine Weiterentwicklung für dauerhafte Haarentfernung auf Lichtbasis stellt die sogenannte ELOS-Technik dar. ELOS steht für elektrisch-optische Synergie. Hier wird dir Photo-Epilation mit IPL-Blitzlampen durch die Anwendung von Radiofrequenz-Strom unterstützt. Durch den Radiofrequenz-Strom können die epidermalen und dermalen Hautschichten vorgewärmt werden, so dass für die selektive Erhitzung durch die IPL-Technologie nur noch reduzierte Energiedichten notwendig sind. So ist die Behandlung schmerzarmer und weist gegenüber der reinen Photo-Epilation praktisch keine Nebenwirkungen und eine verbesserte Effektivität auf.

Die FDA (Food and Drug Administration), eine der weltweit höchsten medizinisch-technischen Prüf- und Zulassungsstellen stuft die Anwendung der ELOS-Technologie als wirksame Therapie zur dauerhaften Haarreduktion ein.

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